Die Geschichte des Briefkastens

Was heute wie selbstverständlich klingt, war während des Mittelalters in Deutschland noch undenkbar: Ein öffentlicher Postkasten, der regelmäßig entleert wird, um ein Paket oder eilige Nachrichten schnellstmöglich zu den Briefkästen an allen Hauseingängen des Landes zu befördern. Damals waren es meist bezahlte Boten, die die Nachrichten direkt zu ihren Zielorten brachten. Doch fehlte eine öffentliche Post – und damit auch die Briefkästen – völlig. Allerdings gab es an Reisewegen schon damals Stellen, an denen Seeleute und Pilger ihre Nachrichten zurückließen. Mit etwas Glück nahmen andere Personen, die in die Gegenrichtung unterwegs waren, diese Post mit zu ihrem Bestimmungsort.

Der erste offizielle dokumentierte öffentliche Briefkasten stand 1633 in der schlesischen Stadt Liegnitz. Postanstalten waren zu der Zeit schon in mehreren Städten eingeführt, und so folgten Hamburg und Paris dem Beispiel und stellten vereinzelt öffentliche Briefkästen auf. Es dauerte dann allerdings bis zum 19. Jahrhundert bevor auch in Bayern und Sachsen Postkästen für die Allgemeinheit in den Straßen aufgehängt wurden.

Als der Postverkehr immer stärker wurde, wurden auch an den Eingängen der Privathäuser Briefkästen angebracht. Denn so war es nicht mehr nötig, die Nachrichten bei der Poststelle abzuholen oder immer anwesend zu sein, wenn der Postbote Briefe brachte. Heute besitzt in Deutschland so gut wie jeder Haushalt einen eigenen Briefkasten, gleiches gilt für Unternehmen und Verwaltungsgebäude. Mehrfamilienhäuser besitzen oft riesige Briefkastenanlagen, während abgelegene Bauernhöfe meist mit einem Standbriefkasten am Eingang der Zufahrt ausgestattet sind.

Mailbox
Die elektronische Mailbox ist ebenfalls ein Briefkasten, der sich erst im Laufe des Internet Zeitalters entwickelt hat. Wie in einem realen Postkasten werden in der virtuellen Mailbox Nachrichten gesammelt, die der Internetnutzer dann öffnen, verschieben, weiterleiten oder auch löschen kann. Hierzulande hat sich das Wort Mailbox nur für den virtuellen Briefkasten im Internet durchgesetzt. Hingegen werden in den englischsprachigen Ländern alle Briefkästen als Mailbox bezeichnet. Die Mailbox des Computers wiederum wird im englischen Sprachraum meist als Bulletin Board System (BBS) bezeichnet.

Andere Länder, andere Briefkästen
Während hier in Deutschland ein typischer privater Briefkasten eher schlicht aussieht, und meist aus einem einfachen Kasten besteht, der manchmal zusätzlich ein Zeitungsfach enthält, gibt es in vielen anderen Ländern Briefkästen, die wie kleine Häuschen aussehen. Beispiele hierfür sind Neuseeland, aber auch Schweden oder die USA. Besonders Häuser auf dem Land und solche, deren Hauseingang weit von der Straße entfernt liegen, haben ihre Standbriefkästen für den Briefträger leicht zugänglich aufgestellt. Solch ein Postkasten besteht oft aus Holz, ist bunt bemalt und reich verziert. Nicht selten sieht man in den Dörfern eine ganze Briefkastenanlage auf Holzpfählen mit den unterschiedlichsten bunten Postkasten-Häuschen.

 

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